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Kleinbahn ASN

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Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Eisenbahn

Das nördliche Harzvorland wurde einst durch ein dichtes Eisenbahnnetz erschlossen. Da die Preußische Staatsbahn im 19. Jahrhundert nicht alle Orte an ihr Streckennetz anschloß, ergriffen Bürgermeister, Landräte und Gewerbetreibende die Initiative und gründeten die Kleinbahn Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagen (ASN). Die nahm am 1. April 1897 den Betrieb auf. Das Unternehmen wurde 1949 von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Doch der zunehmende Individualverkehr und der Ausbau des Kraftverkehrs führten ab 1963 zu einer schrittweisen Stillegung der Strecke. Die ehemalige ASN konnte sich noch einige Zeit behaupten, auf deren Stammstrecke bis 1966 noch Güterzüge verkehrten.
Diese kleine Chronik macht es zu einer Fundgrube für jeden Heimat- und Eisenbahnfreund.

Zeitcronik

1828 Der Gutsbesitzer Schultze ritt durch Aschersleben nach Hecklingen und sah, wie Arbeiter in der Nähe des Johannishospitals einen Brunnen reinigten. Dabei bemerkte er, daß Braunkohle mit zu Tage kam und unerkannt weggeworfen wurde. Dies berichtete er dem Justizkommissar Eduard Douglas, welcher es seinem Vater Wilhelm Douglas, seit 1795 evangelischer Pfarrer in Aschersleben, weitersagte.
24.05.1828 Regierungsreferendar Georg Gustav Douglas, Sohn der Pfarrers Wilhelm Douglas, erhielt die Konzession für die Grube „Georg“. Am 30. Juni 1828 fördert sie erstmals Braunkohle.
1835 Die Familie Douglas aus Aschersleben erwarb in der Nähe von Königsaue eine Braunkohlengrube. Diese förderte 50 000 Tonnen Kohle pro Jahr, welche bis 1873 im Douglas’schen Paraffinwerk in Aschersleben und später zu Briketts verarbeitet wurde.
1837 Eduard Douglas trat in das Unternehmen des Bruders Georg Gustav Douglas ein.
1854 Die Familie Douglas erwarb Schürfrechte für große Teile der 14 km langen und 6 km breiten Braunkohlenlagerstätte und eröffnete die Gruben Georg bei Aschersleben und Jakob bei Königsaue.
1857 Die Gruben „Antonie“ und „Angus“ wurden übernommen und consolidierten am 12.12.1857 zur „Vereinigten Braunkohlengrube Georg“.
1862 Förderleistungen der „Braunkohlengrube Georg“ Aschersleben über 100.000 Tonnen, „Consolidierten Braunkohlengrube Jacob“ Königsaue 17.865 t, Gewerkschaft „Friedrich Julius“ Wilsleben 31.494 Tonnen.
1877 Hugo Sholto Douglas übernahm die Geschäftsführung und investierte die Gewinne insbesondere in die Kaliförderung.
1878 Aus dem „Solquellenbergwerk Westeregeln“ wurde das „Kali- Steinsalzbergwerk Douglashall“.
1878 Projekt einer Nebenbahn von Gröningen über Egeln nach Halberstadt.
1879-1881 Die Strecke Staßfurt-Schneidlingen-Blumenberg wurde etappenweise eröffnet. Damit schwand die Hoffnung der kleineren Städte und Gemeinden der südlichen Börde auf einen Gleisanschluß. Die Douglas'schen Kalischächte in Westeregeln bekommen einen Bahnanschluß.
1879 Die Zuckerfabrik Wiersdorf Hecker & Co in Gröningen baute ein 4 km langes Anschlußgleis zum Bahnhof Nienhagen als Werksbahn.
1880 Ein 600 m langes Anschlußgleis von der Zeche „Consolidierte Archibald“ zum Bahnhof Schneidlingen wird in Betrieb genommen.
25.01.1881 Durch weitere Investoren wird das Unternehmen auf eine breite finanzielle Basis gestellt und firmiert unter „Consolidierte Alkaliwerke, AG für Bergbau und Chemische Industrie zu Westeregeln“.
1884 Projekt einer Nebenbahn Jerxheim-Nienhagen-Gröningen-Egeln-Staßfurt wurde von den Landräten Oschersleben, Halberstadt und dem Magistrat Gröningen vorgelegt, aber wegen zu geringen Verkehraufkommens abgelehnt.
1888 Hugu Sholto Douglas, seit 1882 Mitglied des preußischen Landtages, wurde von Wilhelm II. in den Grafenstand erhoben. Er war mit der Entwicklung  des Unternehmens unzufrieden, da die Transportkosten für Kohle, Salze, Materialien immer stiegen und Transportengpässe sich häuften. Er forderte schon seit 1866 den Bau einer Eisenbahn.
28.07.1892 Das „Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen“ tritt in Kraft. Die Gewerkschaft Graf Douglas griff zur Selbsthilfe und beantragte den Bau und Betrieb einer Zechenbahn von Königsaue nach Aschersleben.

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